Was ist Brutto und was ist Netto?

Die Begriffe Brutto und Netto wirst du wohl am häufigsten im Bezug auf Preise hören. Sie spielen jedoch ebenfalls eine Rolle in den Bereichen Gehalt und (Waren-)Gewicht. Die beiden Begriffe stammen aus dem Italienischen und ihre Übersetzung trifft den Nagel auf den Kopf:

  • Netto bedeutet „ohne Verpackung“ bzw. „ohne hinzugerechnete Steuer“.
  • Brutto bedeutet „mit Verpackung“ bzw. „mit hinzugerechneter Steuer“.

Wie ermittelt man Brutto und Netto?

Den Unterschied zwischen Brutto und Netto müssen nicht nur Unternehmen genau kennen, schließlich wirst auch du als Verbraucher täglich mit Brutto und Netto konfrontiert. Um also bei Einkäufen oder beispielsweise im Umgang mit Handwerkern richtig kalkulieren zu können, ist es äußert wichtig den Unterschied zu kennen.

Brutto und Netto stehen immer im gleichen Zusammenhang zueinander. Brutto bezeichnet einen Gesamtbetrag, Netto hingegen ist der Restbetrag ohne die enthaltenen Aufschläge. Wegen diesem Zusammenhang ist es ganz einfach, sich eine Formel für den gewünschten Betrag herzuleiten:

Formel zur Berechnung von Brutto und Netto

Solltest du immernoch Schwierigkeiten haben, die beiden Begriffe zu unterscheiden, versuche dir das zu merken: Brutto ist immer größer als Netto! Denn Netto ist nur ein Teil vom Brutto.

Preise

Im Normalfall bezahlst du als Kunde immer den Bruttopreis, da dort die Mehrwertsteuer enthalten ist. Somit ist für dich der Bruttopreis relevanter. Für Unternehmen gilt dies jedoch nicht. Sie fokussieren sich auf den Nettopreis.

Nettopreis

Der Nettopreis ist der Preis, bei dem keine Steuer aufgeschlagen ist. Folglich ist die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer nicht enthalten. Für Unternehmen ist dies jedoch nicht weiter wichtig, da sie bei ihren Einkäufen ausschließlich auf die Nettopreise achten. Das liegt daran, dass sie diese Steuer im vorhinein abziehen können – das ist der Vorsteuerabzug. Dieser Vorsteuerabzug gilt sowohl für Lieferungen als auch für sonstige Leistungen.

Bruttopreise

Du als Verbaucher hingegen wirst immer den Bruttopreis zahlen, da dort die Mehrwertsteuer enthalten ist. Die Mehrwertsteuer wird auch Verbrauchersteuer genannt, da du als Endverbraucher einer Ware oder Dienstleistung mit dieser Steuer belastet wirst. Für dich zählt also nur der Preis, den du bei einem Einkauf tatsächlich bezahlst.

Lohn

Jeden Monat erhälst du als Arbeitnehmer von deinem Arbeitgeber ein bestimmtes Gehalt. Bei diesem Gehalt handelt es sich jedoch nur um das Nettogehalt und nicht das Gehalt, was in deinem Arbeitsvertrag steht. Das liegt daran, dass das Gehalt, auf welches du und dein Arbeitgeber sich geeinigt haben, das Bruttogehalt ist. Von diesem Bruttogehalt werden noch Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Du erhälst also nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben, die der Arbeitgeber an die zuständigen Ämter abführen, dein Nettogehalt, dass dir frei zur Verfügung steht.

Gewicht

Zahlreiche Waren werden in ihrer Verpackung zum Verkauf angeboten. Viele automatisch verpackte Waren tragen daher eine Kennzeichnung, die zumindest das Nettogewicht des Inhalts oder aber sowohl das Netto- als auch das Bruttogewicht angibt. Denn du als Verbraucher möchtest beim Einkauf insbesondere darüber informiert werden, wie viel Gewicht der Inhalt des gewünschten Artikels hat. Ist zum Beispiel auf einer Packung mit Gemüse das Gewicht von 500 Gramm angegeben, müssen Verbraucher davon ausgehen können, dass sie Gemüse mit einem Gewicht von 500 Gramm einkaufen. Das Gewicht der Verpackung interessiert den Käufer im Supermarkt hingegen nicht. Daher steht auf vielen Packungen nur das Nettogewicht, das ausdrücklich das Gewicht des Packungsinhalts bezeichnet.

Das Bruttogewicht hingegen ist bei Versandleistungen wichtig. Denn hier zählt das Gesamtgewicht, das transportiert werden soll. Daher bezeichnet das Gewicht eines Pakets, das beim Paketversand gewogen wird, stets das Bruttogewicht, das sich insgesamt aus dem Gewicht des Inhalts und der Verpackung ergibt.

Ein Beispiel für die Verwendung von Brutto/Netto

Wenn du im Supermarkt etwas für 12,00 Euro einkaufst, kaufst du Ware im Netto-Wert von 10,00 Euro. Hinzu kommen 2,00 Euro MwSt. Der Wert auf dem Preisschild ist der Brutto-Preis, also der Preis inkl. Steuern. Der Supermarkt ist ein Beispiel für den sogenannten B2C-Bereich, also dem Teil des Marktes in dem sich Verkäufe direkt an Endkunden (Consumer) richten. Hier ist es üblich Bruttopreise zu verwenden. Anders ist es im B2B-Bereich, in dem Nettopreise genutzt werden.

 

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