Was bedeutet Passiva?

Hier erklären wir dir kurz, was betriebswirtschaftlich gesehen, mit der Passiva gemeint ist. Das Eigenkapital und Fremdkapital auf der rechten Bilanzseite wird als Passiva bezeichnet. Die Passiva ist in einer Bilanz die Seite, die die Mittelherkunft abbildet. Der Wert aller Passiva entspricht dem Wert aller Aktiva und wird als Bilanzsumme bezeichnet.

Definition und Bedeutung

Die Passivseite der Bilanz zeigt auf, aus welchen Quellen die Vermögenswerte auf der Aktivseite der Bilanz finanziert wurden. In den meisten Fällen besteht eine Passivierungspflicht. Das heißt, ein bilanzierendes Unternehmen ist gesetzlich verpflichtet, seine Eigenkapitalposten und Fremdkapitalposten auf der Passivseite der Bilanz zu buchen. Nur in bestimmten Ausnahmefällen gilt ein Passivierungswahlrecht oder gar ein Passivierungsverbot.

In deiner Buchhaltung wird der Endbestand auf jedem Aktiv- und Passivkonto ausgerechnet und zusammengeführt. Die Bilanz ist also eine Gegenüberstellung der gesamten Passiva- und der gesamten Aktivabeständen in Kontenform. Der Grund für die summenmäßige Gleichheit beider Seiten, ist der systematische Wertausgleich durch Saldoposten des Erfolges.

Unterteilung

Die wichtigsten Posten der Passiva sind in §224 UGB dargestellt. Sie bestehen grundsätzlich aus Eigenkapital und Fremdkapital.

Hier haben wir die wichtigsten Bilanzposten, die auf der Passiva Seite zu finden sind aufgelistet:

A. Eigenkapital

Das Eigenkapital ist der wichtigste Posten in der Passivseite der Bilanz. Das Eigenkapital ist wiederum unterteilt in verschiedenen Bilanzpositionen. Dazu gehören:

I. Eingefordertes Nennkapital

II. Kapitalrücklagen

  1. gebundene;
  2. nicht gebundene;

III. Gewinnrücklagen

  1. gesetzliche Rücklage;
  2. satzungsmäßige Rücklagen;
  3. andere Rücklagen (freie Rücklagen);

IV. Bilanzgewinn (Bilanzverlust),

davon Gewinnvortrag/Verlustvortrag.

B. Rückstellungen

Rückstellungen sind Verbindlichkeiten, die das Unternehmen hat, sind aber nicht sicher in ihrer Höhe oder ihrem Zeitpunkt.

  1. Rückstellungen für Abfertigungen;
  2. Rückstellungen für Pensionen;
  3. Steuerrückstellungen;
  4. sonstige Rückstellungen.

C. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten – hierbei handelt es sich um das, was umgangssprachlich als Schulden bezeichnet wird.

  1. Anleihen, davon konvertibel;
  2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten;
  3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen;
  4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen;
  5. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel;
  6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen;
  7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
  8. sonstige Verbindlichkeiten,
    1. davon aus Steuern,
    2. davon im Rahmen der sozialen Sicherheit.

D. Rechnungsabgrenzungsposten

Damit lässt sich der Erfolg des Unternehmens selbst dann periodengerecht ermitteln, wenn mehrere Buchungen nötig sind um Geschäftsvorfälle zu verarbeiten und sogar wenn sie unterschiedliche Rechnungsperioden betreffen.

Bilanz Österreich

Bilanzanalyse

In der Bilanzanalyse wird etwa die vertikale Kapitalstruktur der Passivseite betrachtet, etwa Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote. Besonderes Interesse gilt auch der der Zusammensetzung der Passiva und deren Verhältnis zu anderen Bilanzpositionen.

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