Was ist ein Gläubiger?

Im Schuldrecht wird eine Person oder Institution als Gläubiger bezeichnet, der von einer anderen Person/Institution (dem Schuldner) eine Leistung fordern kann. Die Rechtsbeziehung zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger nennt man übrigens Schuldverhältnis. Die Gesamtheit derjenigen, die Forderungen stellen können gegen den Schuldner, nennt man auch Gläubiger. Das kann ab und zu etwas verwirrend sein. Um die Forderungen durchsetzen zu können, machen die Gläubiger einen Anspruch geltend.

Insolvenz

Wenn eine Firma Insolvenz anmeldet, vertreten alle Gläubiger ihre Interessen gemeinschaftlich. Es gibt dann beispielsweise eine Gläubigerversammlung als Hauptorgan. Die Gläubigerversammlung trifft wesentlichen Entscheidungen im Insolvenzverfahren. Daneben kann von der Gläubigerversammlung noch ein Gläubigerausschuss eingesetzt werden, der den Insolvenzverwalter bei der Durchführung seiner Aufgaben unterstützen und überwachen soll. Der Gläubiger wird häufig als wirtschaftlich Berechtigter gesehen.

Es gibt verschiedene Gläubigermehrheiten:

Teilgläubigerschaft: Dabei haben alle Gläubiger, unabhängig voneinander, die Möglichkeit einen Teil der Leistung zu fordern. Sollte keine vertragliche Regelung vorliegen, erhalten alle Gläubiger den gleichen Anteil. Voraussetzung für eine Teilgläubigerschaft ist, dass die geschuldete Leistung teilbar ist (Durch die Teilung darf die Leistung nicht wert gemindert werden).
Gesamtgläubigerschaft: Die Forderung wird nicht geteilt, so kann der Gläubiger die gesamte Leistung fordern.
Gläubigergemeinschaft: Bei der Gläubigergemeinschaft muss der Schuldner an alle Gemeinschaftsgläubiger zusammen Leistungen erbringen. Wenn nur ein Gläubiger befriedigt wird, ist die Forderung noch nicht beglichen.