E-Rechnung Fachsprache: Alle Begriffe und Abkürzungen erklärt
Die Umstellung auf elektronische Rechnungen konfrontiert viele Unternehmer mit einer Flut technischer Begriffe. EN 16931, UBL, CII, Leitweg-ID, XRechnung, ZUGFeRD: Diese Abkürzungen tauchen in jeder Anleitung auf, doch ihre Bedeutung bleibt oft unklar. Dieser Leitfaden übersetzt die E-Rechnung Fachsprache in verständliche Erklärungen und zeigt dir, welche Begriffe du für die E-Rechnung in deinem Unternehmen kennen musst.
EN 16931: Der europäische Standard für elektronische Rechnungen
EN 16931 bildet das Fundament der europäischen E-Rechnung. Diese Norm definiert ein semantisches Datenmodell, das festlegt, welche Informationen eine elektronische Rechnung enthalten muss. Die Europäische Kommission verabschiedete den Standard 2017, um die grenzüberschreitende Rechnungsstellung zu vereinheitlichen.
Das Datenmodell beschreibt rund 170 Geschäftsbegriffe (Business Terms), gegliedert in logische Gruppen (Business Term Groups). Jeder Begriff trägt eine eindeutige Kennung: BT für einzelne Begriffe, BG für Gruppen. BT-1 bezeichnet beispielsweise die Rechnungsnummer, BG-23 die Rechnungspositionsgruppe.
CII und UBL: Die zwei XML-Sprachen der E-Rechnung
EN 16931 erlaubt zwei offizielle Syntaxen zur technischen Abbildung des Datenmodells: UN/CEFACT Cross Industry Invoice (CII) und Universal Business Language (UBL) in Version 2.1.
- UBL 2.1: Entstand unter der Federführung von OASIS, einem internationalen Standardisierungsgremium. Das Format zeichnet sich durch eine schlanke Struktur aus und findet breite Anwendung im Peppol-Netzwerk. Wenn du UBL für deine Rechnungen verwendest, profitierst du von einer wachsenden internationalen Akzeptanz.
- UN/CEFACT CII: Wurde von den Vereinten Nationen entwickelt und bietet mehr Flexibilität für komplexe Geschäftsprozesse. ZUGFeRD nutzt dieses Format als Basis. CII eignet sich besonders für Unternehmen mit vielschichtigen Rechnungsanforderungen.
XRechnung und ZUGFeRD: Deutsche Umsetzungen des EU-Standards
Deutschland hat zwei nationale Profile entwickelt, die den europäischen Standard EN 16931 umsetzen.
- XRechnung: Das verbindliche Format für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber in Deutschland. Das Format basiert auf UBL 2.1 oder CII und enthält zusätzliche nationale Regeln. Seit November 2020 müssen alle Lieferanten des Bundes ihre Rechnungen im XRechnung-Format einreichen.
- ZUGFeRD: (Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland) verfolgt einen hybriden Ansatz. Das Format bettet strukturierte XML-Daten im CII-Format in eine PDF-Datei ein. Menschen können die PDF lesen, Maschinen extrahieren die XML-Daten automatisch.
Für eine detaillierte Gegenüberstellung beider Formate findest du weitere Informationen unter XRechnung und ZUGFeRD im Vergleich.
Die Leitweg-ID: Deine Adresse für Behördenrechnungen
Die Leitweg-ID funktioniert wie eine Postleitzahl für elektronische Rechnungen an öffentliche Auftraggeber. Diese alphanumerische Kennung identifiziert den Rechnungsempfänger eindeutig und stellt die korrekte Zustellung sicher. Sie besteht meist aus der Grobadressierung, einer Feinadressierung und einer Prüfziffer (z. B. 991-12345-67).
Peppol: Das internationale Netzwerk für E-Rechnungen
Peppol (Pan-European Public Procurement Online) ist ein Netzwerk für den elektronischen Dokumentenaustausch. Das Netzwerk arbeitet mit einem Vier-Ecken-Modell: Sender, Access Point des Senders, Access Point des Empfängers, Empfänger.
E-Rechnung Abkürzungen im Überblick
Die folgende Tabelle erklärt die häufigsten technischen Begriffe und Abkürzungen:
| Abkürzung | Bedeutung | Erklärung |
|---|
| BT | Business Term | Ein einzelnes Datenelement (z. B. BT-1 für Rechnungsnummer). |
| BG | Business Term Group | Eine logische Gruppe von Datenfeldern (z. B. BG-25 für Positionen). |
| XSD | XML Schema Definition | Technische Beschreibung der Struktur eines XML-Dokuments. |
| Schematron | Validierungssprache | Prüft die Geschäftslogik (z. B. "Wenn Feld A existiert, muss auch Feld B da sein"). |
| CIUS | Core Invoice Usage Spec. | Nationale oder branchenspezifische Erweiterung (z. B. ist XRechnung eine CIUS). |
E-Rechnung XML Aufbau: Die Struktur erklärt
Eine E-Rechnung im XML-Format folgt einer hierarchischen Struktur.
- Header (Kopfbereich): Enthält Rechnungsnummer (BT-1), Datum (BT-2) und Währung (BT-5).
- Verkäufer & Käufer (BG-4 / BG-7): Name, Adresse und Steuernummern beider Parteien.
- Positionsebene (BG-25): Listet alle Dienstleistungen oder Waren mit Menge und Einzelpreis auf.
- Summenbereich: Abschluss mit Netto-, Steuer- und Gesamtbeträgen.
Alle Pflichtangaben einer Rechnung müssen hier korrekt platziert sein.
Codelisten: Standardisierte Werte
Um die maschinelle Verarbeitung sicherzustellen, werden weltweit einheitliche Codelisten verwendet:
| Standard | Bereich | Beispiel |
|---|
| ISO 3166-1 Alpha-2 | Ländercodes | DE (Deutschland), AT (Österreich) |
| ISO 4217 | Währungen | EUR, USD, CHF |
| UN/ECE Rec 20 | Maßeinheiten | C62 (Stück), HUR (Stunde), KGM (Kilogramm) |
| UNTDID 5305 | Steuerkategorien | S (Standard), E (Steuerbefreit), AE (Reverse Charge) |
Skonto, Anhänge und Archivierung
- Skonto: Wird über BT-9 (Fälligkeit) und BT-20 (Zahlungsbedingungen) geregelt. Bei einer Zahlungserinnerung sollten diese Fristen genau geprüft werden.
- Anhänge: ZUGFeRD erlaubt das Einbetten von Lieferscheinen oder Verträgen direkt in das PDF/XML. Das Lieferdatum wird in BT-72 dokumentiert.
- Archivierung: Gemäß GoBD müssen E-Rechnungen zehn Jahre lang revisionssicher im Originalformat (XML) gespeichert werden. Dies gilt besonders für den E-Rechnung Empfang.
Praktische Umsetzung mit Informer Invoicing
Die Fachsprache erscheint komplex, doch moderne Software wie Informer Invoicing übernimmt die technischen Details für dich. Du kannst ganz einfach EN 16931-konforme E-Rechnungen erstellen, während das System im Hintergrund die korrekte XML-Struktur aufbaut. Sogar für eine wiederkehrende Rechnung werden Leitweg-ID und Codelisten automatisch korrekt hinterlegt.
Zusammenfassung (German):Dieser Leitfaden erklärt verständlich Fachbegriffe der E-Rechnung wie EN 16931, UBL und Leitweg-ID. Erfahren Sie, wie Sie Abkürzungen deuten, Fehler beheben und rechtssicher archivieren, um Ihre Buchhaltungsprozesse erfolgreich zu digitalisieren.