Was ist eine Gutschrift?

Wenn du Zahlungen auf dein Bankkonto erhältst also deine Zahlungseingänge, dann spricht man schon von einer  Zahlungsgutschrift (Bankgutschrift). Kaufmännisch gesehen wird das Sollsaldo des Kontos vermindert und das Habensaldo erhöt sich.

Gutschriften durch z. B. Schecks oder Lastschriften erfolgen mit dem üblichen Gutschriftenhinweis „Eingang vorbehalten (E .v.)“ und stellen noch keine endgültige Gutschrift dar. Der Hinweis stellt klar, dass Kreditinstitute jederzeit das Recht der Rückbelastung haben, sollten die betroffenen Inkassopapiere vom Schuldner nicht eingelöst werden.

Mit einer Abrechnungsgutschrift wird ebenfalls wie bei Rechnungen, eine Lieferung oder Leistung abgerechnet. Die Abrechnungsgutschrift stellt jedoch der Leistungsempfänger und nicht der Leistende aus. Weiterhin kann eine Abrechnungsgutschrift anstelle einer Rechnung zur Abrechnung einer Leistung verwendet werden. Gegensatz ist die Belastung.

„Scheiße passiert überall“: Es kann passieren, dass Kunden unzufrieden sind über deine erbrachten Leistungen. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Denn du wirst niemals jeden deiner Kunden, gleichzeitig zufriedenstellen können. Ab und zu funktionieren verkaufte Produkte einfach nicht oder es werden Erwartungen nicht erfüllt. Verschiedenste Kunden stören sich nun eben hin und wieder mal. Viel wichtiger ist, wie du selbst damit umgehen kannst. Wenn es dich stört, Probleme zu beheben, solltest du am Besten aufhören mit selbstständigem Arbeiten. Als Selbstständiger wirst du immer damit beschäftigt sein, dich um die Probleme deiner Kunden zu kümmern. Im schlimmsten Fall musst du das getätigte Geschäft stornieren. Leider verursachen missglückte Aufträge zusätzlich zur Umsatzeinbuße auch noch mehr Arbeit. Mit der Rücknahme des Artikels und der Kostenerstattung ist es nicht getan. Vor allem bei B2B Aufträgen musst du aufpassen. Du hast den Kunden schließlich Umsatzsteuer zahlen lassen. Der Rechnungsempfänger müsste im Anschluss der vereinbarten Rückabwicklung darauf verzichten, Vorsteuer aus der Rechnung bei seiner nächsten Voranmeldung geltend zu machen. Es ist nicht klar, ob er das machen wird. Man muss dem Kunden eine Storno- oder Korrekturrechnung schicken. Damit wird ihm der Rechnungsbetrag gutgeschrieben.

Dieses Vorgehen ist auch sehr wichtig für deine eigene Buchhaltung/für deine eigenen Unterlagen, denn sonst schuldest du dem Finanzamt die Steuer für das getätigte, missglückte Geschäft.

Gesetzliches

Die Gutschrift berechtigt uns nach § 14 Abs. 2 des Umsatzsteuergesetzes, zum Abziehen der Vorsteuer wenn wir folgende Voraussetzungen erfüllen:

„Der leistende Unternehmer (Empfänger der Gutschrift) muss zum gesonderten Ausweis der Steuer in einer Rechnung berechtigt sein.“
„Zwischen dem Aussteller und dem Empfänger der Gutschrift muss Einverständnis darüber bestehen, dass mit einer Gutschrift über die Lieferung oder sonstige Leistung abgerechnet wird.“
„Die Gutschrift muss die gleichen Angaben enthalten wie eine Rechnung.“
„Die Gutschrift muss dem leistenden Unternehmer zugeleitet worden sein.“
„Die Abrechnungsgutschrift verliert die Wirkung einer Rechnung, wenn der Empfänger dem in ihr enthaltenen Steuerausweis widerspricht.“

Wenn der Abrechnungsgutschriftempfänger dem zu hohen Steuerausweis nicht wiederspricht, schuldet er den zu hohen Betrag. Dazu ist rückwirkend zum 20. Juni 2013 eine Gesetzesänderung in Kraft getreten. Abrechnungen, sind seitdem zwingend mit Gutschrift zu betitelnsonst geht der Vorsteuerabzug verloren. Dies betrifft insbesondere Provisionsabrechnungen, Handelsvertreterabrechnungen und Agenturabrechnungen. Stornorechnungen, die oft unter der Bezeichnung Gutschrift erstellt werden, sind nicht betroffen. Diese dürfen weiter Gutschrift genannt werden, da dies keine Auswirkungen auf die Umsatzsteuer hat.

Quellen:

Richtlinie 2000/35/EG vom 29. Juni 2000, Amtsblatt L 200, S. 35 
EuGH, Urteil vom 3. April 2008, Az: C-306/06 = NJW 2008, 1935
„so jetzt Palandt“, BGB, 2010, § 270 Rdnr. 1; Staudinger, Anmerkung zum Urteil des EuGH, DNotZ 2009, 198
Bundestagsdrucksache 16/11643 vom 21. Januar 2009, S. 112 
Sparkasse Geschäftsbedingungen nach Ziff. 23 AGB-Sparkassen
Umsatzsteuer; Ausstellung von Rechnungen – Änderungen der §§ 14, 14a UStG durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz, Bundesfinanzministerium, 25. Oktober 2013