
Die elektronische Rechnungsstellung ist im deutschen Geschäftsverkehr des Jahres 2026 längst zum Standard geworden. Nachdem Lieferanten bereits seit 2020 Rechnungen an Bundesbehörden im XRechnung-Format übermitteln mussten, ist die E-Rechnung seit 2025 auch im B2B-Bereich schrittweise zur Pflicht gereift. Zwei Formate dominieren dabei den Markt: XRechnung und ZUGFeRD. Dieser Leitfaden erklärt dir die technischen Unterschiede sowie Einsatzgebiete und hilft dir bei der Entscheidung für das passende Format.
Die XRechnung ist der deutsche Standard für elektronische Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (B2G). Das Format basiert auf der europäischen Norm EN 16931 und wurde vom IT-Planungsrat als verbindlicher Standard für die öffentliche Verwaltung festgelegt.
Eine XRechnung besteht ausschließlich aus strukturierten XML-Daten ohne visuelle Darstellung. Computer können diese Daten direkt verarbeiten, während Menschen eine spezielle Software zur Anzeige benötigen. Die Pflichtangaben einer Rechnung werden in einem definierten Schema übertragen, was die automatische Prüfung und Verarbeitung durch Behörden ermöglicht.
ZUGFeRD kombiniert eine menschenlesbare PDF-Datei mit maschinenlesbaren XML-Daten. Der Name steht für Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland.
Dieses Hybridformat löst ein praktisches Problem: Empfänger ohne spezialisierte Buchhaltungssoftware können die Rechnung einfach als PDF öffnen und lesen. Gleichzeitig ermöglicht das eingebettete XML die automatische Verarbeitung im Hintergrund. Diese Dualität macht ZUGFeRD besonders für den Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen (B2B) attraktiv.
ZUGFeRD definiert verschiedene Profile, um unterschiedliche Anforderungen abzudecken:
Die Wahl zwischen den Formaten hängt primär von deinem Kundenstamm ab.
Führende Systeme unterstützen heute beide Standards:
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass es sich um völlig unterschiedliche Formate handelt. Factur-X und ZUGFeRD sind technisch identisch. Sie wurden gemeinsam von Deutschland und Frankreich entwickelt. Ein in Deutschland erstelltes ZUGFeRD-Dokument (ab Version 2.x) wird in französischen Systemen problemlos als Factur-X erkannt und verarbeitet.
Um sicherzustellen, dass deine Dokumente nicht abgelehnt werden, ist die Einhaltung der Business Terms (BT) nach EN 16931 entscheidend.
Wenn du beim Rechnungen schreiben unsicher bist, helfen dir Begriffe aus der E-Rechnung Fachsprache weiter. Auch zusätzliche Informationen wie Rabatte oder Referenzen zum Lieferschein müssen korrekt in den XML-Tags abgebildet werden.
Die technologische Umstellung ist komplex, aber mit den richtigen Tools bewältigbar. Überprüfe zunächst, welchen Anteil deiner Kunden öffentliche Behörden ausmachen, um zu entscheiden, ob eine reine XML-Strategie oder ein Hybrid-Ansatz für dich sinnvoller ist.




